Neu: Angebot der ambulanten Lumbalpunktion (Untersuchung von Nervenwasser) in unserer Praxis
Eine Lumbalpunktion dient dem Nachweis oder dem Ausschluss von Erkrankungen des Gehirns und der Hirnhäute. Hierbei wird Liquor ("Nervenwasser") mit einer sehr feinen Hohlnadel aus dem Wirbelkanal der unteren Lendenwirbelsäule entnommen. Die gewonnene Flüssigkeit wird anschließend im Labor auf Veränderungen wie Eiweiß- und Zuckergehalt, Gehalt an weißen und roten Blutzellen sowie Konzentrationen von speziellen Antikörpern und anderen Proteinen untersucht. Häufigste Indikationen für eine Liquoruntersuchung in der ambulanten neurologischen Praxis sind der Verdacht auf entzündliche Erkrankungen des Zentralnervensystems (z.B. Multiple Sklerose, Neuroborreliose) sowie die Demenz-Diagnostik (z.B. Alzheimer-Krankheit).
Vor der Punktion erfolgt die Überprüfung der Blutgerinnung und der Blutplättchenzahl. Nach individueller Entscheidung wird meist in sitzend-vornübergebeugter, manchmal aber auch in seitlich-liegender Position unter sterilen Bedingungen zwischen dem 3. und 4. Lendenwirbelkörper punktiert. In dieser Höhe befindet sich kein Rückenmark mehr, sondern es sind nur Liquor und Nervenbahnen im Kanal vorhanden. Die Dauer der Punktion beträgt ungefähr fünf bis zehn Minuten. Insgesamt ist die Lumbalpunktion nur mit sehr geringen Risiken verbunden. Als mit Abstand häufigste Nebenwirkung kann es innerhalb von Stunden bei etwa 10% der Patienten zur Entwicklung von Kopfschmerzen kommen, welche in aufrechter stehender oder sitzender Position zunehmen und sich im Liegen deutlich bessern. Dieser postpunktionelle Kopfschmerz klingt innerhalb weniger Tage von selber vollständig ab. Weitere Nebenwirkungen der Lumbalpunktion sind sehr selten. Vor einer Liquorentnahme erfolgt immer eine schriftliche Aufklärung über diese Risiken.